Ausgabe 5: Hätte, könnte, wollte — Leben im Konjunktiv

Wir konnten alles werden, sind es aber nie geworden. Weil wir pragmatisch sind, Geld verdienen müssen oder uns einfach die Freiheit nehmen. Gerade Letzteres wird viel gelobt — wohl zu Recht — und ist sicher ein Privileg. Dass Freiheit auch eine Zumutung sein kann, merkt man erst, wenn man sie hat. Die Wahl zu haben, bedeutet vor allem: abzuwählen. Wer sich zwischen drei Möglichkeiten entscheidet, verpasst zwei davon. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, sich ein Leben lang zu fragen, ob man richtig entschieden hat.
In der Rede darüber, etwas zu verpassen oder verpassen zu können, spricht man im Konjunktiv. Hätte, könnte, wollte. Er hat etwas Anziehendes, Attraktives, Lebenswertes, der Konjunktiv. Es ist leichter, das Hätte-ich-doch, das Wäre-ich-nicht zu genießen, als die Gegenwart und Kontingenz der Welt zu empfinden.
Aber auch die große Frage, was werden könnte, steht im Konjunktiv. Und beschäftigt uns häufiger als die Wirklichkeit. Das kann frustrieren, macht aber auch große Ideen und Utopien möglich. Nur wer sich alle Möglichkeiten bewusst macht, kann sie auch nutzen.

Erschienen im April 2016.  ▸ Bestellen!

 

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Ausgabe 4: Humor. Mehr als Spaß 

»Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst«, urteilte Paul Watzlawick abgeklärt, aber munter über unsere Zeit. Nüchtern betrachtet erscheint die Welt — von Songcontest bis Krim-Krise — viel zu absurd, als dass ein ernsthafter Umgang mit ihr noch adäquat erscheint. Ernst ist eindeutig und klar, das passt kaum noch zu einer Gegenwart, die längst über ihre Mehrdeutigkeiten aufgeklärt ist. Da wird Humor zur letzten angemessenen Haltung gegenüber einer Moderne, die uns vornehmlich absurd erscheint. Im Humor kann man den Unzulänglichkeiten der Welt mit heiterer Gelassenheit begegnen — ohne sie ironisch abzutun.
Brauchen wir eine neue Humorkultur? DIE EPILOG hat nach Anknüpfungspunkten für eine gewitzte Haltung zu unserer Zeit gesucht.

Erschienen im Mai 2014.  ▸ Bestellen!

 

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Ausgabe 3: Protest! Brauchen wir den Aufstand?

Protestiert wurde schon immer, doch seit dem Arabischen Frühling scheint sich der Aufruhr in der Welt zu verdichten. Seine Themen sind so vielfältig wie seine Ausdrucksformen. Von der Twitter-Nachricht bis zum Sturm aufs Parlament verbreitert sich das Protestspektrum täglich. Doch welche Kräfte und Motive verbergen sich hinter den konkreten Themen und Aktionen? Was hält den Protest zusammen?

Erschienen im Januar 2014.  ▸ Bestellen!

 

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Ausgabe 2: Die Wiederverzauberung der Welt.

Sprichwörtlich ist es der Anfang, dem »ein Zauber innewohnt«. Bei uns ist es die Fortsetzung. Diese Ausgabe widmet sich deshalb einem Thema, das nach dreihundert Jahren Aufklärung eigentlich keines mehr sein sollte: Die Zauberei. Mit einem Blick unter die sachliche Oberfläche der modernen Gesellschaft haben wir Phänomene und Gewohnheiten gefunden, die unser rationales Selbstverständnis herausfordern. Sind wir wirklich so aufgeklärt, wie wir denken?

Erschienen im Oktober 2013. ▸ Bestellen!

 

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Ausgabe 1: Nicht resignieren! Irgendwas geht immer.

Irgendwas geht immer. Was genau, ist jedoch nicht immer ganz einfach festzustellen. Erst recht nicht, wenn der Ursprung der eigenen Resignation nicht konkret zu fassen ist, wenn man ihn im unübersichtlichen, großen Ganzen vermutet. Die Gesellschaft scheint sich rasend schnell zu verändern und gleichzeitig kein Stück voranzukommen. Zumindest ist eine Richtung, in die es gehen soll, nur schwer zu erkennen. Das ist kein Grund zu Resignation. Nach Fertigstellung des ersten Hefts sind wir uns so sicher wie nie: Irgendwas geht immer.

Erschienen im Juni 2013. ▸ Bestellen!

  

Zeitschrift zum Gesellschaftswandel — Tendenzen der Alltagskultur

»Die Gesellschaft ist die ständige Krise«. Diese entmutigenden Worte hinterließ uns Niklas Luhmann nach vielen Jahren gründlicher Analyse menschlicher Gemeinschaften. Krisen – egal welchem Gesellschafts- bereich man sich zuwendet – scheinen inzwischen allgegenwärtig zu sein. Es ist Zeit, sich mit dem ständigen Ausnahmezustand auseinanderzusetzen, vielleicht sogar zu arrangieren. Denn Halt und Orientierung finden sich heute ohnehin nicht mehr nur im Stetigen und Beständigen, sondern häufiger im Wandel selbst.

Mit der EPILOG blicken wir über die Gegenwart hinaus in eine unvermeidlich heranrückende Zukunft. Konkrete Phänomene unseres Alltags geben in kultur- und sozialwissenschaftlich fundierten Betrachtungen jene Entwicklungen preis, die zunächst auf eine aktuelle, aber immer auch schon auf die nächste Gesellschaft verweisen. Im Fokus der Zeitschrift liegen dabei weder eine elitäre Hochkultur – die häufig eher auf gestern denn auf morgen verweist – noch der abstrakte theoretische Diskurs selbst. Ziel ist es, den großen Wandel in den kleinen und alltäglichen Dingen zu entdecken.

Jede Geste, jeder Gegenstand ist Ausdruck kultureller Entwicklungen und aufschlussreich für einen übergreifenden Wandel. Den Blick auf gesellschaftliche Dynamiken lässt sich DIE EPILOG nicht von einem moralischen oder politischen Konsens versperren. Ohne aufklärerisches Pathos soll sie eine optimistische und affirmative Perspektive zum gesellschaftlichen Wandel bieten, der als letzte verbliebene Konstante des modernen Denkens Orientierung zu stiften vermag.

Es liegt auf der Hand, dass dieses ehrgeizige Vorhaben unter Bedingungen geleistet werden muss, die sich im nächsten Moment schon wieder überholt haben werden. Jede Erkenntnis bleibt im Wandel selbst nur von beschränkter Gültigkeit. Um dennoch authentisch und informativ zu bleiben, soll den eigenen Unzulänglichkeiten offen begegnet werden. Gerade die Ironie, für alle Prognosen eigentlich unzureichend informiert zu sein, bildet nicht nur Antrieb, sondern auch den Unterhaltungswert der Zeitschrift.

— Mads Pankow